Vorabbegehung vom 2. Juli 2009
by Knut on Oct.27, 2009, under German Pararesearch 2009: Destination Blumenthal
Die Stadtstelle ist einfach zu finden, liegt sie doch immer noch direkt an einer Landstrasse. Man parkt auf einem alten Gutshof, der mittlerweile geteilt wurde und wo nun mehrere Parteien wohnen. Ein freundliches Rentnerpaar ließ mich bei Ihnen parken, damit meinem Auto nichts passiert (Daß der Oldi ein angeschlagenes Getriebe hat, muß ja keiner wissen ), und sie wiesen mir den Weg zur alten Stadtstelle. So machte ich mich auf, in den Wald.
Ich kam noch an einigen Kleingärten (Datschen) vorbei, und irgendwo mußte ich den falschen Weg gewählt haben, denn ich ging in den Wald und an einer Holzsammelstelle der Waldarbeiter machte ich erstmal mein Equipment klar. Dann streifte ich etwas orientierungslos durch den Wald, und versuchte, anhand meiner Karte von Google-Maps meinen Weg durchs Gelände zu finden, was mir gründlich mißlang. Meinen Ausdruck aus Wikipedia mit den GPS-Koordinaten hatte ich zuhause liegen gelassen (gut, Knut!), und so verirrte ich mich gründlichst. Nachdem ich entlang einer eingezäunten Schonung an der Stadtstelle vorbeigelaufen war (ohne es zu merken Cyclops ) und nach einer Begegnung mit einem Reh machte ich Rast auf einem Hochsitz. Ich ruhte mich etwas aus und vernahm deutliches Schweinegrunzen. Ich beschloss, meinen Weg zur Landstrasse zu suchen, um mich anhand des Blumenthalsees auf der anderen Strassenseite im Wald zu orientieren. Auf dem Weg zur Strasse fand ich heraus, warum Teile des Waldes eingezäunt wurden. Hier ziehen Bachen ihre Frischlinge auf, ich sah kurz ein Wildschwein und 3 Frischlinge im Unterholz verschwinden. Im andern Teil des Walds fand ich relativ schnell den Blumenthalsee. Der See und Teile des Ufers sind im Privatbesitz. Zum einen steht ein Schild im See, zum anderen wurde ich von einem Hund gestellt, und es dauerte eine Weile, bis sich der Besitzer zu mir bequemte, um mich zu erlösen. Als ich erklärte, daß ich mich etwas im Wald verlaufen habe, wurde der Mann etwas freundlicher und wir unterhielten uns etwas. Der See liegt recht schön im Wald, am See liegen einige Wochenendhäuser, die über einen Waldweg mit dem Auto erreicht werden können. Ein Aufenthalt hier nachts kann schon unangenehm werden, wenn der Hund weiter nicht angeleint herumstrolcht. Vom See ging ich den Weg zurück zur Strasse und kam an der Stadtstelle heraus. Nach einer kurzen Pause ging ich diesmal den richtigen Weg, fand die Stadtstelle auf Anhieb und ging einmal um die Stadtstelle herum, um den Markstein zu finden. Als Orientierungshilfe nahm ich diesmal die Beschreibung von Theodor Fontane zu Hilfe, und fand anhand dieser auf Anhieb den Markstein. Rund um das Feld der Stadtstelle liegen sehr sehr viele Steine und Findlinge, teilweise mit alten Graffitis aus dem 19. und frühem 20. Jahrhundert („Mata Hari“, etc.). Der Markstein hat den von Fontane erwähnten typischen Fußabdruck des Teufels (Einen Hufartigen Abdruck) und Besucher verschiedener Zeiten haben ihre Kürzel hinterlassen. Der Markstein ist ca. 3 x 3 Meter groß und soll bis zu 6 Meter in die Erde gehen. Er liegt unter einer Eiche, in die eine Birke verwachsen ist und auch ein Apfelbaum(!) steht direkt mit am Markstein. Am Markstein machte ich eine EVP-Session, und nach dieser ging ich den Rest der Stadtstelle ab zurück zum Auto, durch das Gebiet, wie Marisa es beschrieb. Die gepflasterten Wege sind eindeutig nicht mittelalterlichen Ursprungs, zur Lösung komme ich später. Ich vernahm auch hier und da Klopfgeräusche, wie von Holzhacken, und wie Holz, das auf Holz klopft. Auch metallisches Hämmern vernahm ich. Bevor ich zum Auto zurück ging, klapperte ich noch die Datschen ab. Hier standen teilweise Fliegengittertüren lose in den Angeln und zogen nicht mehr richtig zu. Beim leichtesten Windhauch fingen diese an, metallisch oder hölzern zu klopfen. Wir kennen dies von anderen PUs, solche Geräusche werden durch die Reflektion des Schalls an Bäumen relativ weit in den Wald getragen und können dann von überall her kommen. Auch das Holzhacken konnte ich lösen: Kam doch ein Mann aus der Datsche, hackte 2 Scheite klein und verschwand wieder in der Datsche. Am Stück ordentlich was verkleinern tat er offensichtlich nicht. Zurück beim Auto wurde ich von einem Jogger angesprochen, der immer im Wald laufen geht, ob ich denn auf Fontanes Spuren wandle. Ihm war mein Hamburger Kennzeichen aufgefallen, und so sprach er mich an. Von ihm erfuhr ich das „Geheimnis“ der gepflasterten Wege im Wald und der großen Menge Findlinge rund um die Stadtstelle: Bis nach dem Krieg war die Siedlung Blumenthal noch so erhalten wie von Fontane beschrieben. Man konnte noch Grundmauern erkennen, die Reste des Ziehbrunnens besichtigen usw. Nach dem Krieg zu Zeiten der DDR soll das russische Militär die Stadtstelle als Schiess- und Übungsplatz genutzt. Bis auf den Markstein hätten diese das Feld mit Bulldozern geräumt und die Steine an den Rand des Feldes gekarrt. Ob dies der Wahrheit entspricht, ist zu prüfen. Zur Info: Entgegen vieler Behauptungen ist das Gebiet nicht soooo groß. Das Feld der Stadtstelle ist ungefähr so groß wie der Friedhof Vossenack, Ähnlich verhält es sich mit dem sogenannten Gamengrund, das ist das Gebiet um den Blumenthalsee. Das ist alles locker mit 8 Leuten abzudecken.