Galgenberg Hundisburg
by Knut on Nov.05, 2008, under German Pararesearch 2008: Spukruine Nordhusen
Hintergrund
In ca. 200m Luftlinie nordöstlich von der Ruine Nordhusen liegt der Galgenberg Hundisburg, eine Ansammlung steinzeitlicher Hügelgräber.
Im Mittelalter wurde auf den Grabhügeln ein Galgen errichtet, eine übliche Vorgehensweise: Die Grabhügel lagen vor der Stadtmauer, und der Galgen war als Abschreckungsmaßnahme weithin sichtbar.
Die Richtstätten des späten Mittelalters und der beginnenden Neuzeit wurden regelmäßig an exponierten Stellen, etwa in Sichtweite vor den Stadtmauern (Abb. 1), an Wegekreuzungen oder Ausfallstraßen (Abb. 1 u. 2), auf Anhöhen wie etwa dem “Galgenwald” bei Ellwangen (Arnold 1991) oder künstlichen Aufschüttungen (Abb. 2) wie vor dem Obertor von Neuss (Auler 1995, 2001a) angelegt. Oftmals kamen zu dieser Standortwahl weitere Kriterien hinzu: Die Nähe zu Leprosorien wie z.B. bei Interlaken (Ulrich–Bochsler/ Gutscher 1993) und Aachen-Melaten (Koch 1992, 30-31) (Abb. 2), jüdischen Friedhöfen oder ähnliche Faktoren.
Diese Standorte sollten – weithin sichtbar – die Blutsgerichtsbarkeit demonstrieren und eine abschreckende Wirkung auf potentielle Straftäter – im damaligen Verständnis der Menschen – haben. Oftmals wurden dabei aus arbeitsökonomischen Gründen vorgeschichtliche Grabhügel wie z. B. im südlichen Münster (Auler 1993) oder bei Hundisburg (Auler 2000) erneut genutzt. Kleinere Anlagen, etwa zweischläfrige oder dreipfostige Hochgerichte aus Holz, demonstrierten dabei ebenso Herrschafts- und Machtansprüche wie auch größere steinerne Anlagen oder gar raumgreifende, komplexe Bauten mit gemauerten Baufundierungen, sekundären Funktionsanlagen und Rechtsbezirken wie etwa in Emmenbrücke (Abb. 5 – 6) bei Luzern (Manser et al. 1992).http://www.archaeologisch.de/forschung/richtstaetten/richtstaetten.html
[[Bild: crw_1904.jpg]]
Auch die Römer haben hier noch ihre Toten bestattet, im Mittelalter wurden dann die Verurteilten nach ihrer Hinrichtung in den Grabhügeln bestattet.
[[Bild: crw_1905.jpg]]
Bestattungsplatz Galgenberg
Von den 13 heute noch kenntlichen Hügelgräbern
wurden zwei von 1979-88 archäologisch untersucht
und rekonstruiert. Dabei ergab sich, dass der mit
Findlingen eingefasste Hügel I aus der frühen und
Hügel II aus der mittleren Bronzezeit stammt. Unter
den Hügelaufschüttungen konnten Flachgräber der
Baalberger Kultur und des Spätneolithikums nachgewiesen
werden. In den Grabhügeln fanden sich als
Nachbestattungen Brandschüttungsgräber und Urnengräber
der jüngeren Bronzezeit, Urnengräber der
Eisenzeit und der Römischen Kaiserzeit, mittelalterliche
Körpergräber sowie aus der Zeit des Richtplatzes
im späten Mittelalter Gräber und Pfostenlöcher des
Galgens. “Archäologische Kulturdenkmale im Ecomusée
Haldensleben-Hundisburg”, Prospekt zum Museumslehrpfad Hundisburg
== Untersuchung ==
Während ein Team den Galgenberg untersuchte, führte ein anderes Team eine PU an der Ruine durch.
=== 1. Team ===
Investigatoren: Silke, Jörg, Markus, Max
Datum: 1. Mai 2008
Beginn der PU: 21:00 Uhr
Temperatur: 15 Grad Celsius
rel. Luftfeuchte: 73%
Bericht von Jörg:
Die erste PU fand an den Grabhügeln bzw der Ruine statt. Gegen 21 Uhr fanden sich die beiden Teams an der jeweiligen Örtlichkeiten ein. Tagsüber haben wir bereits beide Orte begangen und uns mit den Lokalitäten vertraut gemacht. Die eigentliche PU startet um ca 21:00 Uhr an den Grabhügeln.
An einem Schild, das vor Ort aufgestellt ist, konnten wir die genauen Positionen der Gräber ablesen.
[[Bild: richtsttte_hundisburg.jpg]]
Meinen Camcorder stellte ich zwischen die beiden Grabhügel so das ich hinter den Hügel Nummer 2 den Weg im Sichtbereich hatte. Vor dem Camcorder lagen im Sichtbereich eine Lichtschranke die den Weg überwachen sollte, ein Diktiergerät und ein EMF-Meter ( Conrad EMF Checker)so wie ein Luftfeuchte- und Temperaturdatenlogger.
Die Infrarot Fotofalle postierte ich auf der anderen Seite des Hügels in Blickrichtung eines markanten Steines der auch in direktem Umfeld eines einzelnen Grabes aus dem Mittelalter stand.
Während der Untersuchung fiel vor allem eines auf – zu einem Zeitpunkt hörten wir das Auslösesignal der Lichtschranke nahe Grabhügel Nr. 2. Als wir uns näherten und direkt ( ca 1,5 Meter ) vor der Lichtschranke stand, ging diese nochmal zweimal an. Einen Grund hierfür konnten wir nicht sehen bzw. feststellen. Ich hab auch versucht auf den Boden zu blasen und so eventuelle Störquellen zu eruieren – ohne Erfolg. Keine Ahnung warum das Dingens ausgelöst hat ???
Akustisch fiel uns vor allem auf das es in der Umgebung viele Frösche hatte. Das Gebiet ist grundsätzlich sehr sehr feucht gewesen. Viel Luftfeuchtigkeit war vorhanden.
Die alte Kirchenruine ( Spukruine ) lag in direktem Sichtfeld der Hügelgräber und so konnten wir die Lichtblitze der Fotografen des anderen Teams sehr gut sehen.
Ende der PU: 22:30 Uhr
Temperatur: 10 Grad Celsius
rel. Luftfeuchte: 83%
== Referenzen ==
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